Erschienen im Stadtanzeiger am 11.02.2015

Erschienen am 13.01.2015 im Schwarzwälder Bote

 

Villingen-Schwenningen Lohwald-Teufel wollen wachsen

Schwarzwälder-Bote, 13.01.2015 02:11 Uhr

VS-Villingen. Sie haben sich eingehend mit der Villinger Geschichte befasst, bevor sie sich vor drei Jahren gründeten: die Lohwald-Teufel, die sich am Samstag in der Villinger Innenstadt einmal mehr der Bevölkerung präsentierten.

Einer Hexenprozessakte aus dem Jahre 1633 entnahm Florian Reis, inzwischen Vorsitzender der Lohwald-Teufel, dass damals eine Jungfrau unter Folter gestand, beim Keltengrab mit dem Teufel getanzt zu haben. Sie wurde als Hexe verbrannt. Reis beschäftigte sich intensiv mit den Mythen rund um den Magdalenenberg, der im Mittelalter von den Menschen als unheimlicher Ort gefürchtet wurde.

Es entstand die Idee zu den Lohwald-Teufeln, die aus dem Wäldchen zwischen Rietheim, Pfaffenweiler und dem Magdalenenberg kommen, und der Hexe "Ambrosia" (Elke Moriello) als Einzelfigur. Und dann gibt es da noch den Kobold "Skarbnik", der einen "Goldschatz", bestehend aus Süßes für die Kinder, bei sich trägt und gleich – wie die Teufel auch – in mehrfacher Ausführung denkbar wäre, sagt Reis.

Anfertigung eines Häses dauert etwa ein Jahr

Gerne würde man nämlich endlich etwas größer werden. Bisher zählt die Gruppe lediglich neun aktive und vier passive Mitglieder. Der Vize-Vorsitzende Heinz Fischinger ahnt, warum das so ist. Interessenten gebe es zwar einige, "allerdings vergessen sie schnell, dass die Anfertigung eines Häses fast ein Jahr dauert und rund 3000 Euro ­kostet". Über Leih-Häser oder -schemen verfügt der noch junge Verein nämlich noch nicht. Sich jetzt entscheiden, ein Jahr zur Probe und ohne Häs an der Lohwald-Teufel-Fasnet mitwirken und 2016 als furchteinflößender Teufel mit grausliger Scheme und in zotteliges Ziegenfell gehüllt auf den Straßen auftauchen – so könnte eine Teufelkarriere beginnen.

Das Ganzkörper-Häs besteht hauptsächlich aus Ziegenfell und Leder, die Scheme ist handgeschnitzt, im Rot der "Höllenglut" gehalten und mit echten Tierhörnern sowie hinterleuchteten Glasaugen versehen. Jede hat ein individuelles Aussehen. Allerdings solle das zum Stil aller anderen passen, sagt Reis und kündigt Beratung und Begleitung für jeden Neuling an. Er selbst ist "Balou", der Chef der Gruppe, erkennbar am weißen Rossschweif auf der Schulter.

Die leuchtenden Augen machen sich natürlich am besten bei Nachtumzügen. Die angestrebte Teilnahme an diesen veranlasste den Vereinsvorstand, das Mindestalter für Mitglieder auf 16 Jahre heraufzusetzen. "Ausgenommen sind Kinder, die mit ihren Eltern dabei sein möchten", sagt Schriftführerin Nicole Sterk.

Zu sehen sein werden die Lohwald-Teufel bei der kommenden Fasnet am Montag und Dienstag als Gruppe auf den Villinger Straßen. Ganz neu und zahlenmäßig noch klein, könne man nicht einfach an den Umzügen teilnehmen, sagt Reis. Gelungen ist das den Lohwald-Teufeln in Riedböhringen, wo sie sich am 17. Februar bei einem Nachtumzug präsentieren dürfen.

Erschienen am 9.01.2015 im Südkurier

09.01.2015  |  von  |  0 Kommentare

Villingen-Schwenningen Der Lohwald hat die Teufel inspiriert

Villingen-Schwenningen -  Kleine Fastnachts-Gruppe gründet einen Verein. Lohwald-Teufel lassen individuelle Masken schnitzen.

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Die Lohwald-Teufel sind furchteinflößende Gestalten, die sich hier bei der Eiche am Magdalenenberg versammeln. Hinter ihnen in einer Senke liegt ein kleines Wäldchen, das Lohwald heißt. Angeblich soll beim Keltengrab im Mittelalter eine Jungfrau mit dem Teufel getanzt haben. Diese Geschichte bildet den historischen Rahmen für den noch jungen Verein, dessen neun Mitglieder alle unterschiedliche Masken und Häser tragen.  Bild: Verein




Sie heißen Scarabäus, Trucki, Balu und Metaxa und beeindrucken durch furchteinflößende Schemen und archaische Fell-Häser: Die Lohwald-Teufel aus Villingen sind eine noch kleine Gruppe Fasnetsbegeisterter, die jetzt als eingetragener Verein aktiv sind. Den Namen hat der Verein von einem kleinen Wald zwischen Rietheim, Villingen und Pfaffenweiler, der in Sichtweite des Keltengrabes auf dem Magdalenenberg und der Gerichtseiche gelegen ist. Dieser Ort war für die Menschen in der Region ein mystischer Geisterort, berichtet Nicole Steck, die Schriftführerin des noch jungen Vereins ist.

So werde in einer Hexenprozessakte aus dem Jahre 1633 berichtet, dass eine Jungfrau unter Folter gestand, bei dem Keltengrab mit dem Teufel getanzt zu haben. Sie wurde als Hexe verbrannt und lebt jetzt in der Figur der Hexe Ambrosia bei den Lohwald-Teufeln wieder auf. „Das ist die einzige Hexe in unseren Reihen“, lacht Nicole Steck. Außer der Hexe ergänzt Kobold Skarbnik die Reihen der Teufel.

Im Moment zählt der Verein neun aktive Mitglieder und vier passive Mitglieder. „Wir wollten einfach mal was anderes machen“, erzählt Nicole Steck, die lange bei der Katzenmusik aktiv war. Der erste Vorsitzende des Vereins, Florian Reis, hatte sich bereits intensiv mit dem Magdalenenberg und den alten Mythen beschäftigt und so kam schnell der Name „Lohwald“ ins Spiel. „Um diesen Namen zu schützen und auch die ganze Arbeit, die wir in die Recherche gesteckt haben, haben wir uns entschlossen, einen Verein zu gründen“, erklärt Heinz Fischinger, der als zweiter Vorsitzender aktiv ist. Zuvor waren die Teufel einfach als Gruppe unterwegs. Jetzt möchten sie verstärkter Öffentlichkeitsarbeit machen und präsentieren ihren Verein am Samstag in der Rietstraße beim Durchgang zum Münsterplatz. „Wir haben einen Infostand aufgebaut und natürlich auch ein Häs und Masken dabei“, so Nicole Steck. Die aufwändige Recherche zur Namensgebung können Interessierte in einem kleinen Buch nachlesen. Die Vereinsfarben der Lohwald-Teufel sind Schwarz und Rot: Schwarz für die Nacht, in der die Teufel hauptsächlich aktiv sind und für die Trauer, dass die Fasnet bald wieder vorbei ist. Das Rot steht für die Höllenglut, das Feuer für die Fasnet und die Leidenschaft für dieses Brauchtum, sowie für die warme Jahreszeit, erklärt der Verein auf seiner Homepage.

Das Häs der Teufel besteht aus Leder und Ziegenfell. Dies ist eine Anlehnung an Teufelsdarstellungen, bei denen der Gehörnte mit Ziegenfüßen und behaarten Beinen zu sehen ist. Die Masken sind handgeschnitzte Unikate, die angelehnt an die Höllenhitze in einem roten Farbton gefasst sind. Auf der Maske sind echte Tierhörner angebracht, die Augen sind hinterleuchtete Glasaugen. „Wir haben mit Richard Kranawetvogl alias ,Stillerer Loavn' aus Bayern und Chris Centner aus Schönwald zwei Schnitzer, die unsere Masken ganz individuell herstellen“, berichtet Nicole Steck.

Zu sehen sind die Lohwald-Teufel während der Fasnet in Villingen am Montag und Dienstag als Gruppe auf der Straße. „Als neue und kleine Gruppe ist es sehr schwer, an Umzügen teilnehmen zu können“, erklärt Nicole Steck. Gelungen ist das den Lohwald-Teufeln in Riedböhringen, wo sie am 17. Februar ihre furchteinflößenden Häser und Masken den Besuchern bei einem Nachtumzug präsentieren.

 

Infos über den Verein

Die Lohwald-Teufel Villingen präsentieren ihren jungen Verein am Samstag, 10. Januar, von neun bis 15 Uhr in der Rietstraße in der Innenstadt (beim Durchgang zum Münsterplatz). Die Mitglieder wollen etwas Werbung machen, ihre Häser und Masken vorstellen und auch über die Recherche zur Namensgebung können die Besucher einiges erfahren. (cho)

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